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TUM Studenten im Chat mit James Corner Fieldoperations New York

Avatar of Redakteur: Marco Giardino Redakteur: Marco Giardino - 06. June 2018 - Aktuelles

von Jonas Bellingrodt

Am 17.05.2017 war James Corner international agierender Landschaftsarchitekt vielfacher Preisträger renommierter internationaler Preise und jüngst "Doktor Ingenieur Ehen halber" (Dr.-Ing. e.h.) verliehen von der TU München zu Gast bei der Studienfakultät für Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung in Weihenstephan. Er hatte sich Zeit genommen für ein "Chat with the next generation". 70 Studierende nutzten die außergewöhnliche Gelegenheit James Corner persönlich kennenzulernen und ihn zu den zukünftigen Herausforderungen unseres Berufsfeldes zu befragen.

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Foto: Jonas Bellingrodt

Seine Botschaften waren klar und prägnant: Wir sind die Berufsgruppe die bei transdisziplinaren Planungsaufgaben am aufmerksamsten zuhören kann und damit die Intelligenz der Vielen in Wege leiten kann, um wirkliche Synergieeffekten zu erzeugen. Das ist der Schlüssel seines Erfolgs. Zuhören, auch wenn man anderer Meinung ist, als der Fachkollege. Genauso wichtig ist es anschließend aktiv zu werden, voran zu gehen, sich nur mit dem besten Ergebnis zu Frieden zu geben: "We should sit at the head of the table!"

James Corner verriet das er in Manchester aufwuchs in einer Zeit in der man nichts geschenkt bekam. Wollte man etwas erreichen so musste man dafür kämpfen. Dieses Motto gepaart mit seiner Passion für die pittoreske beeindruckende englische Landschaft des Peak bzw. Lake Districts führten dazu, dass er begann sich für Landschaftsarchitektur zu interessieren. Sein Werdegang war seit diesem Zeitpunkt geprägt von einem unbändigen Interesse an allem, was versprach ihm auf seinem Weg voranzubringen: Landschaft und Stadt integriert als Einheit zu designen. Er berichtete sehr eindrücklich von seinem Interesse an Biologie mit ihrer Untersuchung vom Aufbau und Organisation von Organismen, genauso wie das Studium von Organisationsstrukturen großer Konzerne. Man muss eben verstehen wie Entscheidungen gefällt werden, wenn man aktiv mit gestalten will. Ebenso interessiert wie an dem prozesshaften Wachsen und Vergehen von Pflanzen, ist er überzeugt von der Wirkungskraft der Kunst. Die Liste von Dingen für die sich werdende Landschaftsarchitekten interessieren sollten wurde über die zweieinhalb Stunden länger und länger. James Corner ging es nicht darum noch mehr Wissen auswendig zu lernen, sondern darum das Vermögen zu entwickeln, möglichst viel in den Projekten richtig zu machen. Er bekräftigte am Schluss ihm geht es darum Räume zu schaffen, die bestmöglich den Ansprüchen möglichst vieler Nutzer gerecht werden! Einen Park seiner selbst Willen unter Schutz zu stellen ist ihm ein Graus. Er will keine Museen für die sich nur wenige interessieren. Sollte die Highline in Zukunft nicht mehr ihren Zweck erfüllen, sollten die Anwesenden sie ruhig zerstören um etwas Neues zu schaffen, das besser geeignet sei. Ihn James Corner würde das nicht stören.

Auf die Frage ob er bald wieder zu uns kommen würde, antwortete er: Sehr gern, wenn einer der Zuhörer vielleicht in 20 Jahren an seiner Stelle sitzen würde und ebenfalls berühmt geworden sei. Seine abschließende Botschaft an uns lautete demnach "I want to raise the bar!", die Ziele sollten höher gesteckt werden, denn in der Zeit in der wir uns befinden werden die Fähigkeiten von Landschaftsarchitekten und -planern mehr gebraucht denn je!

Auf unserem Youtube-Kanal LandschaftPlus könnt ihr seine Präsentation und die darauffolgende Diskussion anschauen?

Foto: Jonas Bellingrodt
Foto: Jonas Bellingrodt

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