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Neuer Ausbildungsleitfaden Naturschutz

Avatar of Redakteur: Marco Giardino Redakteur: Marco Giardino - 25. April 2018 - Studienalltag, Aktuelles

von Wolfgang Weisser

Die Aufgaben im Naturschutz werden immer vielfältiger und die Zahl der offenen Stellen nimmt stetig zu und in den nächsten Jahren werden viele Stellen frei werden, auch weil in den Naturschutzbehörden viele bisherige Amtsinhaberinnen und Amtsinhaber in den nächsten Jahren in den Ruhestand treten werden. Bewerberinnen und Bewerber mit einer guten Ausbildung werden sich daher auf viele interessanten Stellen bewerben können. Diese gute Ausbildung zu bekommen, ist jedoch nicht ganz einfach. Das Berufsfeld Naturschutz und Landschaftspflege steht vor vielfältigen neuen Herausforderungen. Es werden fachlich deutlich höhere Anforderungen als in vergangenen Zeiten gestellt. Neue Tätigkeitsfelder entstehen, die mit neuen Stellen und Aufgaben verknüpft sind, beispielsweise im Arten- und Biotopschutz, zur Klimaanpassung, für die Steuerung in der Flächennutzung, bei Änderungen der Landnutzungssysteme oder der Umsetzung von Zielsetzungen zu NATURA 2000 und neuen Finanzierungsinstrumenten. Um Studierenden eine Orientierung zu geben, wie sie an der Universität die notwendigen Qualifikationen erlangen können, hat der Arbeitskreis "Naturschutz und Wissenschaft", der gemeinsam vom Berufsverband Beruflicher Naturschutz (BBN) und der Gesellschaft für Ökologie (GfÖ) getragen wird, die Anforderungsprofile für verschiedene Berufsfelder im Naturschutz zusammengestellt - vom Planungsbüro mit Schwerpunkt Landschaftsplanung und Naturschutzinstrumente über Gutachterbüro, Naturschutzbehörde, andere Fachbehörden bis hin zu Umweltverbänden und internationalen Organisationen. Die Handreichung "Allgemeine Anforderungen für die Hochschulausbildung in Studiengängen im Bereich Naturschutz" kann von den Webseiten des BBN oder der GfÖ heruntergeladen werden.

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Studierende der TUM, die z.B. im Bachelor "Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung" und im Master "Umweltplanung und Ingenieurökologie" (UPIÖ) mit Schwerpunkten im Naturschutz oder auch den Master "Landschaftsplanung, Ökologie und Naturschutz" (LOEN, ab nächstem Semester "Naturschutz und Landschaftsplanung" (NALA)) studieren, sind für die freiwerdenden Stellen gut aufgestellt. Wichtig für viele Berufsfelder sind Artenkenntnisse, und diese werden am Lehrstuhl für Renaturierungsökologie, am Lehrstuhl für Terrestrische Ökologie, am Fachgebiet Biodiversität oder auch am Lehrstuhl für Aquatische Systembiologie vermittelt, da in Projekten und anderen Lehrveranstaltungen und Exkursionen die Kenntnisse sowohl theoretisch (Beispiel Vorlesung "Funktionelle Ökologie einheimischer Vögel und Säuger") als auch praktisch vermittelt werden. Artenkenntnis kann jedoch nicht nur über Lehrveranstaltungen vermittelt werden, sondern man muss sich als Studierender auch selbst vertiefend mit bestimmten Artengruppen beschäftigen. Dies geht z.B. auch über die Bachelor- oder Masterarbeit - die verschiedenen Arbeitsgruppen in Freising bieten vielfältige Themen an, bei denen man sich mit den Artengruppen im Freiland beschäftigen muss und auch neueste Methoden der Versuchsplanung und der Auswertung kennenlernt.

Der Berufsverband Beruflicher Naturschutz (BBN) ist die Vertretung aller beruflich im Naturschutz engagierten Personen. Der BBN ist regional organisiert und spielt eine wichtige Rolle, um Naturschutzthemen der Gesellschaft und der Politik nahezubringen, in Deutschland und Europa. Der BBN organisiert gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz, der Fachbehörde des Bundesumweltministeriums auch den "Deutschen Naturschutztag" (DNT), der alle zwei Jahre stattfindet, dieses Jahr in Kiel. Die Gesellschaft für Ökologie ist die wissenschaftliche Gesellschaft, die sich mit ökologischen Fragen beschäftigt. Dabei geht es sowohl um Themen der ökologischen Grundlagenforschung als auch um angewandte Themen, z.B. im Naturschutz. In der GfÖ gibt es mehrere Arbeitskreise, u.a. den Arbeitskreis "Naturschutz und Renaturierungsökologie". Die TUM Professoren Johannes Kollmann und Wolfgang W. Weisser sind zusammen mit zwei Kolleginnen, Frau Prof. Nina Farwig, Marburg und Frau Dr. Anna Lampei-Bucharova, Marburg die Sprecher des Arbeitskreises. Übrigens: Studierende können Mitglieder des BBN und auch der GfÖ werden und so noch dichter an aktuellen Themen dran sein und künftige Kolleginnen und Kollegen kennenlernen.

GfÖ und BBN treffen sich zwei Mal im Jahr im Arbeitskreis "Naturschutz und Wissenschaft", um sich auszutauschen und Themen im Naturschutz zu diskutieren, die wissenschaftlich erforscht werden müssen. Der Arbeitskreis wird von Wolfgang W. Weisser geleitet und das Bundesamt für Naturschutz ist ständiger Gast bei den Sitzungen.

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