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Landschaft+Gespräch 7

Avatar of Redakteur: Marco Giardino Redakteur: Marco Giardino - 23. March 2018 - Aktuelles

mit Jonas Bellingrodt

LandschaftPlus hat einige Frage zur Installation "Landschaft Tief Durchatmen" (noch bis 13.04.18 im Foyer) an Jonas Bellingrodt (LAI).

Die Installation besteht aus Gerüststützen und einem gelben "Wasserbecken". Wie taucht der Besucher hier in ein Landschaftsmodell ein, welche Eindrücke und Gefühle sollen vermittelt werden?

Unsere Installation hat den Raum im Foyer ausgefüllt auf dem Weg zu den Veranstaltungen führte der Weg durch das Modell im Maßstab 1:1 hindurch. Wie man in ein Landschaftsmodell eintaucht, das hängt von der Beschaffenheit des Modells ab. Nach Herbert Stachowiak sind Modelle durch drei Merkmale gekennzeichnet. Erstens ist unser Modell eine Abbildung eines Waldes mit Lichtung, dabei ist wichtig, dass das Modell das Original nur abbildet und damit eine Repräsentation des Originals ist. Zweitens ist es wichtig sich klar zu machen welche Faktoren dabei die Atmosphäre einer Lichtung am besten vermitteln. Das Modell stellt nicht alle Attribute des Originals nach, sondern nur diejenigen, die relevant erscheinen, eine Art Verkürzung. Das Experiment bestand also darin durch das Spiel mit der Dichte der Stellungen von Baustützen, die Dichte, Geschlossenheit und Öffnung von Wald zu simulieren. Das Wasserbecken hat dabei die Funktion durch Spiegelung des Wassers und der Besetzung der Lichtung dieses Bild noch zu verstärken. Drittens gibt es das Merkmal des Pragmatismus. Modelle verfolgen immer ein Ziel, sie sind für Jemanden. In unserem Fall für Interessierte im Bereich Landschaftsentwicklung Außenraumgestaltung. Sie bestehen für bestimmte Zeitintervalle, hier war es vorgegeben für einen kurzen Zeitraum unser Gebäude zu inszenieren. Und es gibt einen Zweck, wozu dient das Modell. Wir wollten die Auswirkungen von Landschaftsarchitekten auf den Raum vorführen.

 

Wie entstand diese Idee?

Uns hat die Idee gereizt, ob es möglich ist mit Baustützen einen Raum zu entwerfen der Aufenthaltsqualitäten erzeugt. Der die Besucher entspannt und durchatmen lässt. Zum Studieninformationstag haben wir die Arbeitsweise von Landschaftsarchitekten in einem anderen Licht präsentieren wollen. Nicht nur über unsere Arbeit zu informieren, dass ist an diesem Tag auch wichtig gewesen, sondern die Auswirkungen unserer Arbeit am eigenen Leib erfahrbar machen, war unser Ziel. Dabei wollten wir gleichzeitig auch mit Klischees brechen. Freiraum ist nicht immer Grün, muss nichts mit Pflanzen zu tun haben. Ausserdem sollten sich zukünftige Landschaftsarchitekten nicht nur über das draußen Gedanken machen. Gute Außenräume beginnen schon in den Gebäuden. Beziehungsweise sich über die Faktoren bewusst zu werden, die wir beeinflussen können ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit in der Ausbildung an der TU München.

 

Wie viele Helfer und wie viel Zeit habt ihr zum Aufbau gebraucht?

Die Installation war verhältnismäßig schnell aufgebaut, insgesamt waren es 6 Studenten und 2 Mitarbeiter. Sieben Stunden Aufbau plus noch einmal 1,5 Stunden um das 2 x 9 m lange Wasserbecken zu befüllen.

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Foto: Sonja Weber
Foto: Sonja Weber
Foto: Sonja Weber
Foto: Sonja Weber
Foto: Sonja Weber
Foto: Sonja Weber
Foto: Sonja Weber
 

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