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Projekt LP 2: Wieder einmal unterwegs

Avatar of Redakteur: Marco Giardino Redakteur: Marco Giardino - 04. July 2017 - Studienalltag

von Marco Giardino

Um die Landschaft kennen zu lernen, in der man später arbeitet, muss man sie auch in „real life“ schon mal gesehen haben. Da kommt eine Exkursion im Landschaftsplanungsprojekt 2 gerade recht, um wieder einmal an die frische Luft zu kommen sowie eine Abwechslung zum täglichen Kopfzerbrechen über Plangestaltungen und andere Dinge im Untergeschoss des Instituts zu haben. Am 27.06.2017 fand daher die „traditionelle, ja fast schon berühmte Wasserburg-Exkursion“ (Zitat Thomas Heinemann) statt. Ziel der Exkursion war es, den Landschaftsgradienten vom Tertiären Hügelland bei Freising über die Münchner Schotterebene bis zum Alpenvorland kennen zu lernen. Dazu stiegen wir am Morgen am Freisinger Bahnhof in einen Bus und fuhren zu verschiedenen Stationen, an denen wir ausstiegen, um uns dann in der Landschaft zu bewegen. Dabei wurde auf die geographische Entstehungsgeschichte, Landschaftstypologie, Kulturgeschichte und insbesondere auf die Vegetation eingegangen. Immer wieder hielten wir an, um Pflanzen zu sammeln und zu bestimmen. Ein besonderer Höhepunkt war dabei sicher das kleine Hochmoor in der Nähe von Wasserburg, das zunächst völlig unscheinbar am Waldrand lag. Ging man hier nur ein paar Meter die Böschung hinunter, konnte man eine abrupte Änderung der Vegetation feststellen. Auf einem Schwingrasen aus organischem Material und Sphagnum-Moosen wuchsen typische Moorpflanzen wie z.B. Drosera rotundifolia, der rundblättrige Sonnentau, eine karnivore Pflanze. Zum Abschluss bestiegen wir noch einen Aussichtsturm im Ebersberger Forst und befassten uns mit der Geschichte und Vegetation des Forstes. 

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Foto: Marco Giardino
Auch in den Baumaterialien spiegelt sich die Landschaftstypologie wieder (Foto: Marco Giardino)
Im Hochmoor: links unten Drosera rotundifolia (Foto: Marco Giardino, Katharina Dropmann)
Pflanzenbestimmen (oben) und Aussicht über Wasserburg (unten) (Foto: Marco Giardino)

Am 04.07.17 ging es dann wieder nach draußen: Diesmal in das Planungsgebiet nahe Untergartelshausen zum Stationenlauf. An vier Stationen gab es einiges zu lernen und zu entdecken. An der ersten Station lernten wir Methoden kennen, um Insekten auf einem Baum zu bestimmen. Doch wie bekommt man so eine Falle dann auf den Baum? Entweder man schießt den Strick, an dem man die Falle befestigen möchte mit einer Armbrust hoch. Oder man benutzt dazu einen kleinen Ball, den man mit etwas Übung und motorischem Geschick in die Baumkrone wirft. Außerdem bleibt dann noch die Möglichkeit, einzelne Äste zu beproben. Hierzu stülpt man eine Konstruktion mit einer Tüte um den Ast, „tütet“ diesen ein und schüttet die Insekten dann aus der Tüte über einen Trichter in ein Probegefäß. 

An der nächsten Station ging es dann um Schmetterlinge. Bevor uns Jan Habel mit Keschern auf die Wiese entließ, führte er uns theoretisch in die Welt der Schmetterlinge ein, um diese nachher zum Teil bestimmen zu können. Das Keschern der Schmetterlinge machte dann allen (hörbar) Spaß.

An der dritten Station erwartete uns Christina Fischer, um uns die Kleinsäuger näher zu bringen. Hier erfuhren wir, was z.B. Mäuse eigentlich sind, was sie machen, fressen und wie man sie kartiert. Fängt man eine Maus, kann man sie beispielsweise tätowieren oder rasieren, um sie bei der nächsten Kartierung wieder zu erkennen. Andere Kartierungsmethoden sind etwa das Spurenlesen im Schnee oder über ihren Kot. Dann steckten wir ein Gebiet von zehn Quadratmetern ab und zählten die „Mäuselöcher". Hier fanden wir 22 Löcher, das bedeutet, dass hier mindestens 42 Mäuse leben. Einen aktiven Mäusebau erkennt man an der abgefressenen Vegetation und Kot. 

Die letzte Station wurmte uns dann sehr. Nämlich, weil die Würmer, die wir sehen wollten, sich heute nicht an die Oberfläche trauten. Normalerweise sollten nach dem Ausschütten von Senfwasser über ein abgegrenztes Stück Erdboden die Regenwürmer an die Oberfläche kommen und zu erfassen sein. Dies klappte aber leider nicht, vermutlich lag es an anhaltenden Trockenheit. 

Zum Abschluss wurde uns dann noch das „Fogging“ gezeigt. Hierbei werden Insektizide als Aerosol in eine Baumkrone gebracht. Die Insekten fallen dann zu Boden (bzw. auf ausgelegte Planen) und sind dann zählbar und bestimmbar.

Nun geht das Semester in den Endspurt, es wird stressig. Kommt man dann mal nicht weiter, sollte man daran denken: Etwas frische Luft kann den Kopf wieder klar machen.

Mit der richtigen Technik Keschern und Halten von Schmetterlingen ist wichtig, um sie nicht zu verletzen (Foto: Marco Giardino)
Aufstellen von Fallen in einem Baum (Foto: Marco Giardino, Fritz George)
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