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Geodäten unter sich

Avatar of Redakteur: Marco Giardino Redakteur: Marco Giardino - 17. March 2017 - Studienalltag

03/17/17

von Marco Giardino

Ich war gespannt, was mich die nächsten zwei Wochen am Lehrstuhl für Geodäsie (Max Kneißl Institut in Eichenau) erwarten würde. Hier sollten die Übungen zu den ingenieurwissenschaftlichen Grundlagen der Geodäsie für B.Sc. Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung stattfinden. In der Öffentlichkeit sieht man sie ja immer wieder, die Vermessungsingenieure mit ihren „Laserpistolen". Schon als ich noch jung war, fragte ich mich immer, was „die" da eigentlich machen. Mancher hält sie sogar für Polizisten auf der Jagd nach Rasern. Zugegebenermaßen besteht eine gewisse Ähnlichkeit. Als ich das Gebäude des Lehrstuhls am Lindenweg in Eichenau suchte, war ich erst etwas ratlos. Wo, hier? In diesem ziemlichen verschlafenen Wohnviertel? Doch dann entdeckte ich ein kleines und etwas dreckiges Schild. Im Vorhof des Instituts derzeit ein Containerwohnheim für Asylbewerber, ist der Lehrstuhl etwas versteckt. Beim Betreten des Gebäudes war ich aber schon mal positiv überrascht. Das große Foyer ist recht gemütlich eingerichtet. Eine Menge Pflanzen stehen hier, so wie in unserem Institut auch. Außerdem zwei Couchen, schätzungsweise Jahrgang 1970, rein vom Stil her, aber dennoch zeitlos. Für kreative Studenten gibt es hier noch ein Klavier und für die sportliche Vorlesungspause eine Tischtennisplatte den Flur hinunter.

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Das Foyer des Max Kneißl Instituts (Foto: Marco Giardino)

Doch nun geht es an die Arbeit. In der ersten Woche startet jeder Tag um 9 Uhr. Dozent Dipl.-Ing. (Univ.) Christoph Reith führt die Studenten am Vormittag im großen Hörsaal des Gebäudes in die theoretischen Grundlagen der Geodäsie ein. Themen sind zum Beispiel Grundlagen zu den Geräten in der Vermessung, Koordinatenbestimmungen, Global Navigation Satellite Systems (GNSS), Berechnungen in der Vermessung und viele mehr. Nach dem Vorlesungsblock findet erstmal eine ausgiebige Mittagspause statt. Ausgiebig deshalb, weil die Wege in Eichenau zum Mittagessen für gewöhnlich länger sind, als wir es von unserem Heimatcampus in Weihenstephan kennen. Im Ortszentrum gibt es dann einige Lokalitäten in denen man es sich schmecken lassen kann. Am Nachmittag finden dann die praktischen Übungen auf dem großzügigen Gelände des Lehrstuhls, betreut durch Dipl.-Ing. (Univ.) Glennfried Preuß, statt. Das Wetter meinte es dieses Jahr gut mit uns, bei Sonnenschein lässt es sich gut vermessen. Andere Jahrgänge mussten das schonmal im Schnee stapfend machen, denn die Übungen finden bei jedem Wetter statt. Die in den praktischen Übungen erlernten Arbeitsschritte sollen die Grundlage für die selbstständige Projektarbeit in der zweiten Woche sein. Aus den Vermessungen sollen die Studenten dann einen Höhenlinienplan mittels Höhenlinieninterpolation erstellen. Aber bevor es an die Projektarbeit geht, wartete noch die theoretische Zwischenprüfung am Münchener Stammgelände der TUM am Freitag der ersten Woche auf uns. Viel Zeit zum Lernen gab es wahrlich nicht, machbar ist es dann aber doch immer irgendwie.

Mit einem Prisma (Gerät rechts) und einem Tachymeter können Strecken im Gelände gemessen und, bei bekannten Koordinaten, mit einer Fluchtstange abgesteckt werden (Foto: Marco Giardino)
Mit dem Nivellier können Höhenunterschiede im Gelände gemessen werden (Foto: Marco Giardino)
Das Tachymeter kann zur Höhenbestimmung im Gelände verwendet werden (Messung von Winkeln und Strecken und anschließende Höhenberechnung) (Foto: Marco Giardino)
Die praktischen Übungen an den Geräten finden in Gruppen statt (Foto: Marco Giardino)
Für die praktischen Übungen steht das großzügige Gelände des MKIs zur Verfügung (Foto: Marco Giardino)
Vor der Messung mit dem Nivellier muss dieses überprüft werden (Foto: Marco Giardino)

Nach der Prüfung ließen wir den Freitag in München gebührend ausklingen. Erst einmal, wenn man schon da ist, wurde der Studentenausweis fit für das nächste Semester gemacht. Dazu stellten wir uns sehr geordnet am Validierungsgerät an. Eine laute, bunte Schlange LA/LP-Studenten, das mag von außen betrachtet auf den Münchener TUM-BWL-Studenten vielleicht auch ganz witzig wirken. Die Schlange schlängelte dann durch die Straßenschluchten von München (irgendwie hatte diese Fortbewegungsform etwas von Grundschulausflug) zu einer namhaften Eisdiele. Eine verrückte Eisdiele. Nach dem Eis ging es weiter durch eine ebenfalls namhafte Münchener Universität (namens LMU ;) ) und ihre eindrucksvolle Eingangshalle über den Geschwister-Scholl-Platz zum Englischen Garten. Hier gab es Ballspiele, Yoga (sogar mit Lehrstunde durch eine begabte Kommilitonin) und ein Feierabendbier in der Sonne.

Yoga-Übungen im Englischen Garten (Foto: Luise Hanstein)
Yoga-Übungen im Englischen Garten 2 (Foto: Luise Hanstein)
Ausklang im Englischen Garten: Sitzkreis auf dem Rasen (Foto: Luise Hanstein)

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