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Wie können negative Effekte von Intensivlandwirtschaft auf Gewässer reduziert werden? Ein Beispiel aus dem Projekt PHUSIOCS am Lago di Massaciuccoli in der Toskana (Italien)

Avatar of andreas.printz andreas.printz - 15. November 2019 - Aktuelles, Forschung, International

von Dr. Gerd Lupp

English version below

Eine zentrale Herausforderung für das Management dieses Fluss-Einzugsgebiets ist die Wasserqualität des Lago di Massaciuccoli. Bedingt durch die intensive Landwirtschaft mit Maisanbau im Umfeld des Sees gelangen viel Sediment, Nährstoffe und Dünger in den See. Die Landwirtschaft orientiert sich an hohen Erträgen und sehr wenigen angebauten Nutzpflanzen. Derzeit wird fast ausschließlich Mais angebaut, auch wenn am See bis in die 1920er Jahre eine für die Region typische, traditionelle Reissorte angebaut wurde.
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Phusicos-Exkursion an den Lago di Massaciuccoli
Phusicos-Excursion to Massaciuccoli Lake

Vom 15. bis 19. Oktober fand in Lucca das Treffen des PHUSICOS Konsortiums bei den Projektpartnern, der Wasserbehörde für das Einzugsgebiet des Serchio und der Universität Siena statt. Die italienischen Projektpartner gaben bei einer Exkursion in das Projektgebiet Einblicke und Erläuterungen zu den ersten Maßnahmen, die im Rahmen des Projekts PHUSICOS umgesetzt wurden.
Eine erste partizipativ mit den Akteuren vor Ort erarbeitete und umgesetzte Maßnahme ist die Entwicklung von Gewässerrandsteifen entlang von Entwässerungsgräben und Kanälen, die den Lago di Massaciuccoli speisen. Zwei Landwirte stellten dazu Flächen bereit und etablierten auf den angrenzenden Feldern vielfältige Fruchtfolgen. Die gewählte Strategie mit Gewässerrandstreifen, Zwischenfrüchten und Fruchtfolgen dienen dazu, die Dauer von Blößen zu vermindern, Böden zu stabilisieren und den Bodenabtrag und Einträge in die Gewässer zu reduzieren. Bereits nach dem ersten Jahr lassen sich erste Erfolge feststellen. Die Felder präsentierten sich beim Besuch Mitte Oktober noch immer mit Zwischenfrüchten oder Nutzpflanzen bewachsen, während die Maisfelder ringsherum weitgehend abgeerntet waren. Bereits nach einer Saison war im Vergleich zu den nur mit Mais bebauten Flächen der Bodenaufbau und eine verbesserte Bodenqualität deutlich sichtbar.

Pufferstreifen und Fruchtfolgen (links) und traditioneller Maisanbau (rechts) an einem zum See entwässernden Kanal
Buffer strips and crop rotation (left) and traditional Maize cultivation (right) at a canal channel leading to the lake
Ein beteiligter Landwirt und ein Biologe erklären die Vorteile von Pufferstreifen und Fruchtwechsel
A participating farmer and a biologist explain advantages of buffer strips and crop rotation
Dr. Gerd Lupp: How can negative effects of intensive agriculture on water bodies be reduced? An example from the project PHUSIOCS at Lago di Massaciuccoli in Tuscany (Italy)

A key challenge for the management of this river basin is the water quality of Lake Massaciuccoli. Due to the intensive agriculture around the lake, a lot of sediment, nutrients and fertilizer gets into the water. Agriculture in this area aims on high yield crops. For this reason, currently, almost exclusively maize is grown, even though the area was known for its traditional typical regional rice variety cultivated until the 1920s.

From October 15 to 19, in Lucca, the PHUSICOS project partners from Tuscany, the Serchio River Basin Authority and the University of Siena, hosted the bi-annual consortium meeting. The Italian team provided insights on their first implemented measures in the PHUSICOS project during an excursion to the project area, Massaciuccoli Lake.

The first measure developed and implemented with local stakeholders was the establishment of buffer strips along the ditches and canals that feed Lake Massaciuccoli. Two farmers provided land and established diverse crop rotations on the adjacent fields. This chosen strategy with buffer strips, catch crops and crop rotations aims to reduce the periods with bare soil, stabilize and reduce soil erosion as well as to reduce runoff into the water bodies. First success could already be seen after the first year of implementation. By mid-October, the fields were still covered with crops, while the maize fields around almost all were harvested. After just one season, the soil structure and improved soil quality were clearly visible compared to areas where only maize was cultivated.

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